1933 bis 1945 - Der Volksempfänger und Deutsche Kleinempfänger:

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* Zwei gewichtige Gründe bewogen die Strategen des Dritten Reiches, den billigen Massenempfänger auf den Markt zu bringen: Zum einen sollte er für "Arbeit und Brot" sorgen, zum anderen natürlich ein Sprachrohr von Partei und Regierung werden. Die Rechnung ging auf. Schon in der Planung als "politische" Geräte bezeichnet, wurden die Volksempfänger ihrer Aufgabe gerecht. 100.000 Geräte zum Stückpreis von 76 Reichsmark waren geplant. Das war gerade die Hälfte des Preises, den ein vergleichbarer Empfänger der billigsten Kategorie bisher kostete. Der sensationelle Preis sollte durch Reduzierung der Lizenzkosten, geringere Verdienstspanne bei der Herstellung und Handel, sowie durch die Massenfertigung von Einzelteilen ermöglicht werden. Zur Eröffnung der Reichsfunkausstellung in Berlin am 18.8.1933 stellte Reichspropagandaminister Goebbels den Volksempfänger VE301 vor.

*Am Abend des selben Tages war die Sensation perfekt: Alle 100.000 Geräte sind an den Handel abgesetzt ! In aller Eile legt man weitere Bauserien auf; bis Ende Mai 1934 entstanden auf diese Weise unglaubliche 700.000 Stück. Dabei entfielen zunächst 75 % der Produktionsleistung auf Kleinhersteller und 25 % auf Großfirmen. Deren Absatz an teueren Geräten ging nicht, wie von Ihnen befürchtet, zurück - ganz im Gegenteil: Auch der Verkauf von Superhet - Empfängern stieg stetig an, und die Rundfunkindustrie boomte wie nie zuvor.

Die insgesamt 1.812.000 in Deutschland verkauften Rundfunkempfänger unterteilten sich wie folgt:
982.000 Stück kamen aus dem breiten Angebot sämtlicher Radiohersteller. Die restlichen 830.000, also fast die Hälfte der Gesamtproduktion, waren Volksempfänger.

Um den Verkauf der Volksempfänger anzukurbeln und möglichst rasch hohe Rundfunkteilnehmerzahlen zu erreichen, wurden neben dem Anreiz der Gebührenbefreiung bestimmter Volksschichten auch verstärkt Ratenkaufverträge angeboten. Diese waren so aufgebaut, dass dem Käufer ein Kredit vom Elektrizitätswerk gewährt wurde, der als Radiorate mit der monatlichen Stromrechnung getilgt wurde.

Äußerlich unterscheiden sich die Modelle durch Bakelit- und Holzgehäuse. Der Käufer hatte aber nicht etwa die Wahl. Er musste nehmen, was zu seinem Stromnetz passte. Für Wechselstrom gab es nur die Bakelit-, für Gleichstrom und Batterie-Betrieb nur die Holzausführung.
Mit der Erstfertigung von einigen
10.000 Holzgehäusen konnte die Holzindustrie in Thüringen belebt werden; bei solchen planwirtschaftlichen Überlegungen mussten Käuferwünsche zurücktreten. Mit Preisen von 76 Rm für die Gleich- und Wechselstrom- und 65 Rm für die Batterie-Version (alle einschließlich Röhren) handelte es sich schließlich um außergewöhnlich preisgünstige Geräte.

*Quelle: "Die deutschen Gemeinschaftsempfänger" von Martin Steyer, erschienen im Funkamateur 2/97
"Historische Radios - Eine Chronik in Wort und Bild" von Günther F. Abele

(c) by Obermoser Willi (außer die mit " * "gekennzeichneten Abschnitte)

 

Volksempfänger Vorstellung

Originalbilder der VE-Herstellung in damaligen Fabriken

Bakelitherstellung

Lautsprecher der VE und DKE Empfänger

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